Väter in Kinder- und Jugendbüchern
Die neue Papa- Liste ist da
Die aktuelle Leseempfehlungsliste für Väter und Großväter, die sogenannte Papa-Liste, ist erschienen. 300 Bücher sind hier gesammelt und rezensiert.
Starke Stacheln braucht der Wald!
Die beiden kleinen Igel Stichel & Stups leben zusammen mit ihrem Papa in einer gemütlichen Baumhöhle, lernen neue Freunde kennen und erleben Tag für Tag die tollsten Abenteuer!
Ein schön bebildertes Buch und einem ansprechenden Erzählstiel über den Alltag im Wald mit einem alleinerziehenden Vater.
Christian Beuker, vaeter-netz.de
Quelle:
Felix - Auf Ballhöhe in Südafrika
Ein Vater Sohn Geschichte über die Erlebnisse einer deutschen Fußball-Jugendmannschaft in Südafrika, dem Austragungsland der Weltmeisterschaft 2010. Der Kontinent und ihre Menschen werfen für den 10 Jährigen Jungen viele Fragen auf, die in diesem Buch neben bei auch beantwortet werden. Besonders ein Mädchen namens Lubaya, hilft ihm, die fremde Kultur kennen zu lernen und ein Stück davon zu verstehen. Die Geschichte vermittelt den jungen Lesern viele Informationen über das WM-Austragungsland. Es zeigt aber vor allem wie Respekt und Toleranz zur Verständigung unterschiedlicher Kulturen beitragen können.
Extras: ein WM Spielplan und kurze Vorworte von Philipp Lahm, Steven Pienaar und Steffi Jones.
Christian Beuker, vaeter-netz.de
Quelle:
Mein lieber Papa
Jede alleinerziehende Mutter kennt das Problem: Ein Kind und die Sehnsucht nach seinem Papa. Väter können viel. Und wenn sie nicht da sind, kann man sich vorstellen, was sie alles besonders gut können: auf den Wolken tanzen, Palatschinken backen, auf Seepferdchen reiten oder mit Orangen jonglieren. Jedes Kind, das ohne Vater aufwächst, hat eine unstillbare Sehnsucht nach diesem Unbekannten, der sein Leben mitbe-stimmt, obwohl er nicht greifbar ist. Wenn Väter im Alltag fehlen, erwacht bei den Kindern die Sehnsucht nach ihnen. Es liegt in der Verantwortung der Mutter, sich mit dem Kind über den Grund der Abwesenheit und die mögliche Zukunft zu unterhalten.In diesem Bilderbuch träumt das Kind von den vielen Möglichkeiten, was der Vater wohl alles macht und wo er sein könnte. Und hofft auf den Tag, an dem er kommt. Wenn es diese Perspektive gibt, könnte dieser Titel helfen. Die Bilder sind sehr anspruchsvoll - gemalte und geklebte Phantasien des Kindes. Meine Empfehlung an Mütter in ähnlichen Situationen: bitte schauen Sie sich selber erst einmal das Buch ohne ihr Kind an und entscheiden dann, ob es hilfreich sein kann. CMS
ab ca. 5 Jahren
Wo ist Papa?
Dieses „Papa-Buch“ ist geeignet für alleinerziehende Mütter, die wieder Kontakt zum Vater des Kindes aufnehmen und es in Zukunft einen Wochenendkontakt geben wird.
Die schönsten Geschichten von Willi Wiberg
Vier der älteren Willi Wiberg-Titel gibt es jetzt in einer preiswerten Sammelausgabe. Willi Wiberg, die seit vielen Jahren vor allem bei Jungen beliebte Kinderbuchfigur, erlebt wieder mit seinem Vater so allerhand. Das kann manchmal ganz schön anstrengend sein. Von Willi Wiberg gibt es zahlreiche Abenteuer, die teilweise auch als Einzelbände zu kaufen sind. Bei Kindern sind sie beliebt, weil Willi Wiberg meist originelle Ideen hat, und bei Erwachsenen sind sie gern gesehen, weil es für sie meist akzeptable Lösungen gibt. In diesen vier Geschichten geht es um Willi und seinen Papa, die gemeinsam ein unschlagbares Team bilden. Dabei ist Willi manchmal ganz schön anstrengend, denn sein Kopf steckt voller lustiger Ideen. Zum Beispiel kann er so viel machen mit Papas Werkzeugkasten. Die meisten Ideen hat Willi aber, wenn er zu Bett gehen soll – kein Wunder, dass der Papa am Ende so erschöpft ist, dass er früher einschläft als Willi! Der Sammelband enthält die Bilderbücher „Pass auf, Willi Wiberg“, „Ganz schön schlau, Willi Wiberg“, „Willi und sein heimlicher Freund“ und „Gute Nacht, Willi Wiberg“.
Der Bruch
Diese 300 Seiten bieten spannendes Lesefutter für Väter und Jungs ab 14. Die handelnden Väter: Wolf, verheiratet mit Anna, Stiefvater von Johannes und leiblicher Vater von Claudia. Werner Schneider, Vater von Anna, Schwiegervater von Klaus, Großvater von Johannes. Klaus, Vater des 15-jährigen Erzählers dieser fesselnden Familiengeschichte. Aus der Sicht des pubertierenden Jungen entwickelt sich eine Mischung aus Kriminalfall und Familientragödie. Im Mittelpunkt steht Klaus, der nach einer Haftstrafe und der Scheidung wieder Kontakt zu seinem Sohn bekommt. Er ist eine undurchsichtige und vielschichtige Persönlichkeit, die sein Sohn nur schwer knacken kann. Weil er ihn als kleiner Junge zuletzt gesehen hat und daher nicht kennt, muss er seinen leiblichen Vater ganz neu entdecken – so wie auch der Vater seinen Sohn erst neu kennenlernen muss. Es ist eine neue, eine späte Vaterschaft und der Autor nutzt diese Situation, um in Vater-Sohn-Gesprächen einige Lehren fürs Leben zu vermitteln, ein paar missionarische Ansätze klingen da schon manchmal durch, z.B. die Gefahr, eine Familie durch sehr hohen Alkoholkonsum zu zerstören oder die Folgen unkontrollierter Aggression. Aber auch ganz praktische Tipps zur Selbstverteidigung oder das richtige Verhalten im Notfall vermittelt Klaus seinem Sohn – und damit auch dem jungen und dem älteren Leser. „Der Bruch“ handelt von einem geplanten Einbruch, so meint jedenfalls Johnny, vom Arm- und Nasenbeinbruch eines verhassten Mitschülers, von einem Ausbruch aus dem bürgerlichen Leben, von einem Abbruch von Beziehungen, von einem Umbruch in einer Familie, vom Zusammenbruch nach durchzechten Tagen und Nächten und vom Aufbruch in das Erwachsenenwerden und in eine neue wechselhafte und intensive Beziehung zum eigenen Vater. Eine flott zu lesende spannende Story mit faszinierenden Charakteren, die beste Unterhaltung mit Tiefgang bietet. Diesen Roman möchte ich Vätern und Söhnen sehr empfehlen und auch nach dem dritten Lesen fand ich immer noch etwas zum Nachdenken. CMS.
Ab 13 Jahren
Ein Querkopf kommt selten allein
Die 13-jährige Priya lebt allein mit ihrer Mutter Tanu in Neu-Delhi. Völlig unvermittelt erzählt ihre Mutter, dass der bisher unbekannte Vater wieder aufgetaucht ist und seine Tochter kennen lernen möchte. Eine mühsame Annäherung findet in dieser Familiengeschichte aus dem heutigen Indien statt. Doch bald zieht der Vater in die Nachbarwohnung und hilft seiner Tochter, er gibt ihr Nachhilfe in Mathe und bringt ihr das Gitarre spielen bei. Als er bei einem Projekt zur Wiedereinstellung der geliebten Englischlehrerin die entscheidenden Briefe schreibt, ändert sich Priyas Einstellung und aus „Mr Sarkar“ und „Dad the Bad“ wird ein akzeptierter Vater, der Erfolge und Misserfolge seiner Tochter miterlebt. So schickt er ihr nach dem Bühnenerfolg über ein selbstgeschriebenes Musical Blumen oder schenkt ihr trotz niedriger Punktezahl in Mathe eine Gitarre. In dieser handlungsarmen Mutter-Vater-Tochter-Geschichte nähern sich drei Menschen aneinander an, das harmonische Ende ist vorhersehbar. Vielleicht wird dieser Roman ja von ähnlich alten Mädchen gelesen, für Väter bietet er zu wenig Tiefe, denn die Entwicklung vom Mann, der die schwangere Frau verlässt, weil er keine Kinder haben möchte, zum liebevollen Unterstützer eines pubertierenden Mädchen wird nur angedeutet. CMS
ab 12 Jahren
Achtzehn
An Saras 18. Geburtstag taucht ein Fremder auf und behauptet, ihr leiblicher Vater zu sein. Kurz vor ihrem Abitur und dem Beginn des Wirtschaftsstudiums in Berlin bricht für das Mädchen eine Welt zusammen. Als sie dann auch noch erfährt, dass ihr biologischer Vater todkrank ist und nur eine Spender-Leber ihn retten kann, steht Sara vor einer schweren Entscheidung. Denn als Tochter könnte sie ihren Vater mit einer Lebendspende – ein Teil ihrer Leber wird transplantiert – retten. Als sie von einer spontanen Reise aus Paris zurückkehrt, ist das Bett ihres Vaters auf der Intensivstation leer. Mit klaren, eindrücklichen Worten beschreibt Angela Gerrits die Identitätssuche einer jungen Frau auf dem Weg ihn ihre eigene Zukunft. Neben den beiden Beziehungen zum sozialen Vater Andreas und zum biologischen Vater Richard thematisiert die Autorin auf den 220 Seiten die Frage nach den Kriterien, nach denen beurteilt wird, wofür man alt genug oder wozu man ab 18 befugt ist. Sara bekämpft nicht nur ihre Panik-Attacken vor dem mündlichen Abitur sondern trifft auch mutige Entscheidungen für ihr weiteres Leben. Mich hat dieser fesselnde Jugendroman tief berührt und ich habe ihn mehrfach rund um den 18. Geburtstag meiner eigenen Tochter gelesen. Toller Lesestoff für Mädchen-Väter und Jugendliche, die Höchstpunktezahl vergibt CMS.
ab 13 Jahren
Papa ist weg, weil Vater kommt
Benny, ein afro-deutscher Junge, lebt jetzt allein mit seiner Mutter, seitdem sein Papa - ihr neuer Freund - für immer weggegangen ist. Erst nachdem seine Mutter und sein leiblicher Vater in Afrika geheiratet haben, versteht er wirklich worum es geht. Diese Geschichte ist nicht ganz einfach zu verstehen, denn auch die familiären Verhältnisse klären sich erst im Laufe der Geschichte um den etwa zehnjährigen farbigen Jungen, der erst einen sozialen Papa hat und dann seinen biologischen Vater kennen lernt. Und auch bei Vorlesen oder Selberlesen dieses kleinen Taschenbuches wird ein bisschen Sortierhilfe nötig sein, denn durch eingestreute Geschichten und Rückblenden wird der Handlungsverlauf immer mal wieder unterbrochen. Die Geschichte sensibilisiert die Leser für die manchmal nicht ganz einfachen Verhältnisse von Familienmitgliedern aus verschiedenen Ländern und mit verschiedenen Hautfarben. CMS
ab 10 Jahren





