Fachbücher
Der "sogenannte Dritte" = Vater
Immer häufiger wird in der Fachliteratur der Vater in der Dreiecksbeziehung neben Mutter und Kind thematisiert. Hermann Lang zeigt an Fallbeispielen der strukturalen Triade, in welcher Weise das Beziehungsgeschehen in der Familie die menschliche Subjektivität und Identität von Geburt an beeinflussen kann. Neben den frühen Störungen wie Borderline-Syndrom, Psychosomatose und Psychose oder Anorexie zeigt Lang auch die besondere Problematik der Schizophrenie auf. Hier sieht er die Probleme am radikalsten, denn der Patient bleibt strukturell in einer narzisstisch einschließenden und zugleich entgrenzenden Dyade (Zweierbeziehung) hängen.
Ein aufschlussreiches Fachbuch für Therapeuten und Menschen, die sich in der Gedankenwelt der Psychoanalyse auskennen.
Christian Beuker, vaeter-netz.de
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Männlichkeiten in der Krise?
Bereswill und Neuber haben hier Beiträge aus verschiedenen Fachgebieten um die Krise der Männlichkeit zusammmengetragen. Es geht um Perspektiven der Psychologie, Soziologie, der Film- und Literaturwissenschaft, der Medizin und Kriminologie. Beleuchtet wird das unterschwellige Konzept der hegemonialen Männlichkeit die unsere Gesellschaft durchzieht und sich in den Machtstrukturen offenbart. Besonders Pohl weißt auf die Fragilität der Männlichkeiten per se hin.
Das Buch zeigt die Diskurse der aktuellen Diskussion unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen auf, bleibt aber in ihren Folgerungen widersprüchlich und regt damit zum Gespräch an.
Christian Beuker, vaeter-netz.de
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Gewalterfahrungen von Männern
Die Sonderauswertung der im Jahre 2009 vorgelegten Männerstudie "Männer in Bewegung" liegt vor. Der komplexe soziale Zusammenhang von Gewalthandung wird hier sehr differenziert durchleuchtet. Sozio-demografischer und biografischer Merkmale sowie Einstellungs-Variablen wurden miteinander analysiert. Anhand von Interwiews mit 1470 Männern und 970 Frauen wird deutlich, das geschlechterpolarisierende Gegenüberstellungen von Täter und Opfer zu kurz greifen. Männer sind nicht nur Täter, sondern auch in erheblichen Maße Opfer von Gewalt. Frauen sind nicht nur Opfer, sondern auch Täterinnen. Döge stellt mit Badinter fest, das "Gewalt kein spezifisches Merkmal von Geschlecht", sondern eher Ausdruck von defizitären Persönlichkeitsmustern ist. Im Bezug auf die Vatererfahrung stellt Döge fest, das männliche Täter seltener über eine sehr starke Vatererfahrung verfügen und ihre eigene Kindheit eher unglücklicher einschätzen als Nicht-Täter. Die daraus zu folgernden Ansätze einer gewaltpräventiven Männerarbeit sind an der Kompetenzerweiterung der Kommunikation angelehnt und folgen einem systemischen Ansatz.
Dieses Buch wird die Gewaltdiskussion in Deutschland nachhaltig beeinflussen.
Christian Beuker, vaeter-netz.de
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Mit dir zu reden ist sinnlos!... Oder?
Ingrid Holler schöpft aus langjährigen Erfahrungen im Bereich der Mediation und der Gewaltfreien Kommunikation (GFK). Das besondere an diesem Buch ist die Gleichzeitigkeit von geschriebenen Wort und praktischer Umsetzung anhand einer DVD. Interessierte an der Thematik als auch praktizierende Mediatoren und Mediatorinnen erhalten mit diesem Buch eine gute und effektive Grundlage für die Streitschlichtung mit GFK. Exemplarisch an einem Konflikt wird die Vielfalt der Methoden und das "Handwerkszeug" der Mediation mit GFK deutlich.
Christian Beuker, vaeter-netz.de
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Ich bin Sohn meiner Mutter
Ein Buch, das aus zwanzig Jahren Familientherapie schöpft und Einblicke in Männlichkeitskonzepte von türkeistämmigen Männern in Deutschland gewährt. Ilhami Atabay beschreibt seine Therapieerfahrung aus Gesprächen mit Familien und unterfüttert sie mit Bindungsmustern zwischen Eltern und Söhnen. Er beschreibt Erziehungsvorstellungen und Familienstrukturen türkeistämmiger Migranten. Atabay vermittelt dem Leser verschiedene theoretische und kulturelle Zugänge und kommt zu interessanten Schlußfolgerungen. Nach seiner Auffassung ist ein großer Teil von Jungen und jungen Männern "ohne Vaterliebe, Anerkennung und eine gesunde/sichere Bindung" aufgewachsen. Er schließt mit konkreten Folgerung für de Praxis. Ein Buch für Praktiker als auch Wissenschaftler, die sich mit dem Männer- und Väterthema beschäftigen wollen und müssen.
Christian Beuker, vaeter-netz.de
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Zum Mann gehätschelt. Zum Mann gedrillt
Etwa 60 Männer berichten über ihre Mann werden und Mann sein in der Türkei. Die Soziologin Pinar Selek führte Interviews mit türkischen Männern unterschiedlicher geografischer und sozialen Herkunft.
Sie zeigt anschaulich die Identititätssuche und deren Findung über Beschneidung, Militärdienst, Arbeit, Heirat und Vaterwerdung. Die Gespräche zeigen einen Querschnitt durch die ganze Gesellschaft der Türkei, inclusive Männer aus kurdischem und armenischen Hintergrund. Als besonders einschneidend für die Mannwerdung wird der Militärdienst erfahren. Viele erleben diese Zeit als einen Bruch ihrer Biografie. Pinar Selek ist dafür bekannt,Tabuthemen anzupacken. Als Soziologin beleuchtet sie das Thema Mann aus einem feministischen Blickwinkel und bildet damit eine kontroverse Gesprächsgrundlage für Diskussionen, wie eine sexistisch-patriarchalische anmutende Kultur aus Menschen Männer macht. Das Buch bietet einen tiefen Einblick in die männliche Psyche.
Christian Beuker, vaeter-netz.de
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Zeiten des Übergangs
Dirk Konietzka legt hier eine Studie über Tendenzen der De-Standardisierung und Individualisierung des Lebensverlaufs beim Übergang in das Erwachsenenalter vor.
Ereignisse wie der Auszug aus dem Elternhaus, der Beginn einer Ausbildung, der Erwerbseinstieg, die Gründung einer Lebensgemeinschaft und die Familiengründung werden als Statuspassagen verortet und ihr Wandel untersucht. Seine Analyse beschreibt die zentralen Veränderungen in den privaten und öffentlichen Sphären der Lebensverläufe junger Frauen und Männer. Daraus ergibt sich ein differenziertes Bild des Wandels. Gerade auch für die Väterforschung ein guter Beitrag.
Christian Beuker, vaeter-netz.de
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Die Zukunft der Work Life Balance
In diesem Sammelband werden 21 Beiträge von Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen wird das Thema Work Life Balance unter innovativen, präventiven und eingreifenden Gesichtspunkten behandelt.
Die Vielfalt der Work-Life-Balance
Aus dem Blickwinkel des Diversity Managment gehen die AutorInnen zunächst der Frage nach, wie es Männern gelingt, trotz Berufstätigkeit aktive Väter zu sein. Sie beschreiben und analysieren 20 Fälle aus der Region Trier, in denen die Vereinbarkeitsprobleme von engagierten Vätern deutlich werden, die sich neben ihrem Beruf intensiv mit der Kinderversorgung und -erziehung beschäftigen. Anschließend werden die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für qualifizierte Teilzeitarbeit auf Führungspositionen im Öffentlichen Dienst untersucht. Im dritten Beitrag wird die Vereinbarkeit von Studium und Familie analysiert. 26 Fälle junger studierender Eltern werden dokumentiert. Die Vielfalt der Work-Life-Balance soll in diesem Buch vor allem deutlich werden. Der eher wissenschaftliche Leserkreis ist hier angesprochen.
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Täter-Väter
Ein sehr persönliches Buch von Heidi Kastner, die als die Gerichtspsychiaterin mit vielen Abgründen der menschlichen Psyche konfrontiert wird. Anhand vieler Interviews mit Gewalttätern versucht sie die Frage zu beantworten, was Väter zu Tätern macht, was sie bewegt und was in ihnen vorgeht. Sie zeigt die Normalität des Bösen und den Alltag des Wahnsinns. Sie deckt verborgene Motive auf und rekonstruiert die familiären Tragödien. Sie kommt zu dem Schluss, dem Normalen zu misstrauen und bleibt dabei, die Täter nicht aus ihrer Eigenverantwortung für ihr Handeln zu entlassen.
Christian Beuker, vaeter-netz.de
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