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Mit dem essayistischen Dokumentarfilm über das harte, bäuerliche Leben gelingt Regisseur Steiner, selbst Bauernsohn, auch eine Aufarbeitung der schwierigen Beziehung zu seinem Vater.

Mit dem Ziel, mehr über den eigenen Vater und dessen Arbeit als Landwirt zu erfahren, setzt sich Sigmund Steiner mit der eigenen bäuerlichen Herkunft auseinander und begleitet einen Forstwirt, einen Gemüsebauern und einen Schafzüchter bei ihrer Arbeit.

Das Regiedebüt „Holz Erde Fleisch“ entspringt dem sehr persönlichen Anliegen des jungen Steirers: der Suche nach dem Wesen seines Vaters, dem Bedürfnis nach einem tieferen Verständnis für einen Mann, der vermeintlich dem Familienbesitz höhere Priorität beimisst als der Familie selbst.

Entstanden ist ein sehr privater und berührender Film, der tiefe Einblicke in die Arbeit in und mit der Natur gewährt, der den Zyklus von Leben und Tod allgegenwärtig spürbar macht und die Zeit in all ihren Dimensionen erfahrbar werden lässt: bei der Saat und Ernte einer Kartoffeln, beim Aufziehen und Schlachten eines Tiers, beim Pflanzen und Fällen eines Baums – Leben und Arbeit in Abhängigkeit vom Rhythmus der Natur.

Der Blick auf den natürlichen Kreislauf des Generationenwechsels mündet in einer Perspektivenverschiebung, die schließlich eine versöhnliche Annäherung des Filmemachers an den Vater zu ermöglichen scheint. Man meint, einen Mann zu erkennen, der kein gieriger Egoist war, sondern ein Idealist, der immer nur einer Idee gefolgt ist: der Bewahrung eines Lebens für die nächste Generation.

Sigmund Steiner zu seinem Film: „Einen Bauern, hat mein Vater immer gesagt, kann man nur dann verstehen, wenn man einmal mit ihm im Wald war, oder am Feld, oder auf der Alm.“

„Holz Erde Fleisch“ wurde 2016 beim österreichischen Filmfestival „Diagonale“ in Graz als bester Österreichischer Dokumentarfilm ausgezeichnet und gewann 2017 den Österreichischen Filmpreis.