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Viele Frauen erleben die Geburt ihres Kindes mittlerweile als entwürdigende, demütigende und gewaltvolle Prozedur – nicht selten mit traumatischen Folgen für ihr Leben. Denn seit mehr und mehr Kliniken ihre Geburtsabteilungen schließen und der Hebammenberuf wegen hoher Versicherungssummen an Attraktivität verliert, hat der Druck in deutschen Kreißsälen zugenommen. Es geht um Zeit, Geld und Risikominimierung – immer weniger um das Wohl der Frauen. „Aus mir als Gefäß musste ein Kind herausgeholt werden, egal wie“, sagt eine Betroffene. „Ich war eigentlich nicht da.“

Die WHO spricht deshalb von gravierenden Verletzungen der Menschenrechte in geburtshilflichen Einrichtungen in Deutschland und zählt auf: körperliche Misshandlungen, Demütigungen, verbalen Beleidigungen, aufgezwungene oder ohne ausdrückliche Einwilligung vorgenommene medizinische Eingriffe, grobe Verletzung der Intimsphäre, Vernachlässigung unter der Geburt, Verweigerung der Schmerzbehandlung, sogar sexualisierte Gewalt. Und doch ist Gewalt in der Geburtshilfe bislang ein Tabuthema.

Immer häufiger werden Geburten im Kreißsaal beschleunigt, weil Kliniken den zeitlichen Aufwand einer natürlichen Geburt nicht vergütet bekommen.

 „Man wird entbunden“, sagt eine nach der Geburt traumatisierte Betroffene. „Das klingt schon so passiv. Was spiel ich dabei für eine Rolle?“ Zeit- und Kostendruck und ein Abrechnungssystem, das die tatsächlichen Abläufe einer natürlichen Geburt ignoriert, führen zu einer immer stärker technisch orientierten Orientierung in Kreißsälen. Die Folge: Geburten werden beschleunigt, Eingriffe werden den Frauen unzureichend erklärt, über Nebenwirkungen von Medikamenten nicht informiert.

Die Story schildert die Gewalterfahrung zweier betroffener Frauen und fragt nach den Ursachen: Welche Rolle spielen Ärzte und Hebammen dabei? Welche Weichenstellungen haben zu diesem Anstieg von Stress und Aggression im Kreißsaal geführt? Und welche ökonomischen Bedingungen geben den Takt vor?