US-Studie zur Vater-Kind-Bindung

US-Studie zur Vater-Kind-Bindung

An der Universität von Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana beschäftigen sich der Anthropologe Professor Dr. Lee Gettler und sein Team  mit der Frage, wie sich Hormone von Männern auf die Vater-Kind-Bindung auswirken.

298  Väter wurden zu drei Zeitpunkten rund um die Geburt untersucht. Den Männern wurden vor der Geburt Speichelproben entnommen, um ihre Cortisol- und Testosteronwerte festzustellen. Alle unterstützten die Mutter während der Geburt und waren anwesend. Innerhalb einer Stunde nach der Geburt wurde die Speichelentnahme wiederholt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Väter ihre geborenen Babys bereits im Arm gehalten. Als dritten Untersuchungszeitpunkt wählten die Forscher zwei bis vier Monate nach der Geburt. Dort wurden die Probanden ausführlich zu ihrer Vater-Kind-Bindung befragt.

Nach dem Halten des Kindes hatten die Väter einen erhöhten Cortisolspiegel im Blut, während ihre Testosteronlevel niedrig waren. Väter, die vor und nach der Geburt ihres Kindes höhere Cortisol- und niedrigere Testosteronwerte aufwiesen, gaben an, sich intensiv mit ihrem Kind zu beschäftigen.

Das Team um Professor Dr. Lee Gettler schlussfolgerte daraus, dass ein erhöhter Cortisolspiegel bei einem gleichzeitig niedrigen Testosteronlevel mit großer Wahrscheinlichkeit eine gute Vater-Kind-Bindung nach sich zieht.
Cortisol ist auch als Stresshormon bekannt. Stress bedeutet auch, dass der Mensch wach, in Alarmbereitschaft und konzentriert ist. Deswegen wirkt sich Cortisol positiv auf junge Väter aus.

Studienleiter Prof. Gettler erklärt, das Babys besonders viel Fürsorge brauchen und deshalb der Vater hellwach sein muß. Der erhöhte Cortisol-Spiegel stellt eine Orientierung schaffende Reaktion des Körpers dar, die darauf vorbereitet, sich um ein Kind zu kümmern. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachblatt ‚Hormones and Behavior‘ veröffentlicht.

Quelle: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0018506X18301703?via%3Dihub

2018-10-19T09:29:50+00:00