LAN-Partys für Väter und Mütter
Hannover, viele Väter und Mütter wissen nicht, was für Spiele in den heimischen Kinderzimmern auf dem Bildschirm flimmern. Da reine Verbote von Gewaltspielen von Kindern und Jugendlichen umgangen werden können, setzt Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann vor allem auch auf die Stärkung der Medienkompetenz der Eltern. "Mit einer Staffel von sechs LAN-Partys für Eltern und eigens für Migrantenfamilien geschulte Eltern-Medien-Trainern wollen wir noch mehr Familien bei der Erziehung unterstützen. Wer die Spiele kennt, die seine Kinder begeistern, kann sie begleiten und klare Grenzen setzen", sagte Ross-Luttmann. Denn wirksame Aufklärung und Vorbeugung beginne im Elternhaus.
Auf Anregung des Sozialministeriums, das dafür 21.000 Euro bereitstellt, bietet die Landesstelle Jugendschutz (LJS) in Zusammenarbeit mit den niedersächsischen Eltern-Medien-Trainern bis Februar an sechs Orten LAN-Partys an. Mütter und Väter, aber auch andere, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, bekommen so die Möglichkeit, verschiedene Spiele selbst auszuprobieren. Sie erhalten einen Eindruck über deren Reize und Wirkung auf Kinder und Jugendliche. Zudem gehen Fachleute auf Gewaltaspekte und empfehlenswerte Spiele für Jüngere ein.
Erste, positive Erfahrungen mit LAN-Partys haben Sozialministerium und LJS bereits im vergangenen Winter gemacht. Bei zehn Partys in neun niedersächsischen Städten und Gemeinden konnten bereits mehrere hundert Eltern erreicht werden. Die Fachleute konnten dabei auch Fragen zur Altersfreigabe, der Wirkung von gewalthaltigen Computerspielen, zu geschlechtsspezifischen Neigungen von Jungen und Mädchen sowie zur möglichen Suchtproblematik geben.
Um landesweit die Medienkompetenz der Eltern in ihrer Erziehung zu stärken hat das Sozialministerium bisher die Ausbildung von 72 Eltern-Medien-Trainern aus ganz Niedersachsen gefördert. Das sind zumeist Pädagogen oder Fachkräfte aus der Jugendarbeit, die nahezu flächendeckend Kurse für Eltern im Umgang mit dem Internet, Fernsehen mit Computerspielen und Handys geben können. Sie gehen in Schulen, Jugend- und Bildungseinrichtungen oder arbeiten auf Wunsch auch mit einzelnen Elterngruppen. "Es ist wichtig, dass auch Väter und Mütter aus Zuwandererfamilien ihre Kinder besser bei PC- und Spielnutzung begleiten können", sagte Ross-Luttmann. Deshalb sei gemeinsam mit der LJS geplant, Eltern-Medien-Trainer auszubilden, die speziell für die Schulung der Zuwandererfamilien fortgebildet werden. Die weiteren LAN-Partys für Eltern finden bis Februar 2009 statt in:
Osnabrück am 26.11.08, Peine am 01.12.08, Tostedt am 30.01.09, Holzminden am 03.02.09 und in Norden (Termin noch offen).
Quelle hz