Schlaufengurte im Flugzeug für Kinder gefährlich
Die seit Mittwoch per EU-Verordnung erlaubten Schlaufengurte („Loop Belts“) könnten Kindern schwere innere Verletzungen zufügen und sogar zum Tod führen, erklärte die Zentrale Fluggastberatung des Deutschen Flugangst-Zentrums in Düsseldorf. Wenn deutsche Airlines nun das umstrittene System anböten, seien die Eltern in der Pflicht, ihre Kinder vernünftig zu sichern.
Die EU hat genehmigt, Kleinkinder bis zu zwei Jahren künftig durch einen Zusatzgurt im Schoß einer Begleitperson abzusichern. Damit soll verhindert werden, dass Kleinkinder bei Sicherheitslandungen oder Turbulenzen ungesichert auf den Vordersitz prallen oder durch die Kabine fliegen.
Doch bei unerwarteten Ereignissen wie bereits einem einfachen Startabbruch am Boden werden laut Fluggastberatung enorme Beschleunigungskräfte frei. Dabei seien Kleinkinder durch den sogenannten Klappmessereffekt bedroht: Der schwere Körper des Erwachsenen schnüre den Körper des Kindes ruckartig ab. Auch der Haltegurt selbst führe zu inneren Verletzungen.
Daher rät die Einrichtung Eltern, Kleinkinder bis zum Alter von zwei Jahren in einem Autokindersitz zu sichern. Bislang gebe es jedoch nur vier Sitze, die entsprechend getestet und qualifiziert worden seien. Die Mitnahme eines Kindersitzes erfordere auch die Reservierung eines zusätzlichen Sitzplatzes – viele Fluggesellschaften böten dafür besondere Tarife an.
Der TÜV Rheinland hatte im Mai vor der Nutzung der „Loop Belts“ gewarnt, bei denen der Sitzgurt der Eltern durch eine Schlaufe geführt wird. „Das Kind wird im Notfall zum natürlichen Airbag für die Erwachsenen“, erklärte TÜV-Experte Martin Sperber. Wenn der Erwachsene durch die Wucht einer schweren Turbulenz oder einer Notlandung nach vorne gerissen werde, sitze das Kind regelrecht in der Falle.
Quelle: focus