Foodwatch warnt vor "Kinderlebensmittel"
Kinder sind seit längerem schon die neue Zielgruppe der Lebensmittelindustrie. Mit Comic-Motiven, Aufklebern und Spielen gespickte Produkte werden Bärchenwurst, Milchmäuse, Gespenstersuppe und Co auch über die Eltern an das Kind gebracht. Doch Verbraucherschützer warnen vor den angeblich so gesunden Snacks extra für Kinder. Was in Werbeclips als „gesunde Zwischenmahlzeit“ für Kinder angepriesen wird, ist vielfach sehr fett, enthält Zusatzstoffe wie Farbstoffe und Aromen. Sie ist zu süß oder zu salzig, so warnen Verbraucherschützer.
So fand „Foodwatch“ in Kinderwurst mit rund 2 Gramm pro 100 Gramm den gleichen Salzgehalt wie in Erwachsenenprodukten.
„Kinder essen ohnehin schon zu viel Salz. Eltern ein so salziges Produkt als täglichen Beitrag zur gesunden Ernährung zu verkaufen, entlarvt sich schnell als Etikettenschwindel“, so Anne Markwardt von „Foodwatch“. „Ehrlicher wäre es, von einem täglichen Beitrag zu späterem Bluthochdruck zu reden.“
Der wahre Zuckergehalt der Kinder-Snacks wird durch die Aufsplittung in verschiedene Zuckerarten (Traubenzucker, Glukosesirup, Maltodextrin, Fruchtzucker) verschleiert, kritisieren Ernährungsberater.
Und durch angereicherte Vitamine und Mineralien droht Kindern sogar eine Überversorgung, die zu Verdauungsbeschwerden, Erbrechen oder Kopfschmerzen führen kann.
Und: Abgesehen davon, dass Zwischenmahlzeiten aus Obst, Rohkost, Milch oder Joghurt gesünder sind, seien Kinderlebensmittel oft auch teurer als herkömmliche, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.