Zahl der unnatürlichen Todesfälle rückläufig
Eine neue Statistik, die der Bund heute vorlegt belegt, dass in Deutschland 2009 mehr als 1000 Kinder und Jugendliche eines unnatürlichen Todes gestorben sind. Das sind etwa drei tote Kinder am Tag.
llerdings ist die Zahl der unnatürlichen Todesfälle in den vergangenen zehn Jahren in allen Altersgruppen kontinuierlich und deutlich zurückgegangen ist. So starben im Jahr 2000 mit 2115 noch fast doppelt so viele Kinder und Jugendliche.
Verletzungen durch Unfälle oder Gewalt sind die häufigste Todesursache, so das Ergebnis des Bundesamt für Statistik. Demnach starben im Jahr 2009 insgesamt 1076 Kinder und Jugendliche an den Folgen von Unfällen, Gewalt oder Selbstverletzungen (Suizid). Davon waren 341 Kinder (unter 15 Jahren) und 735 Jugendliche (15 bis 19 Jahre).
Der Anteil tödlicher Verletzungen an den Sterbefällen nimmt mit dem Alter zu: von 22,5 Prozent bei Ein- bis Fünfjährigen auf 58,8 Prozent bei Jugendlichen. Dabei hängt die genaue Todesursache stark von Alter und Geschlecht der jungen Menschen ab.
So ist bei Säuglingen das Risiko am größten, durch Gewalt zu sterben. Bei 18 Kleinstkindern war das 2009 der Fall - das ist jedes dritte Kind unter einem Jahr, das eines unnatürlichen Todes starb. Nicht nur weil die Zahl der zu Tode misshandelten Säuglinge auf hohem Niveau stabil bleibt, während die Gesamtzahl tödlicher Verletzungen sinkt, sind die Kleinstem dem Bericht zufolge weiterhin zur Risikogruppe Nr. 1. Sie verletzen sich auch oft im Haushalt: bei Säuglingen finden sich die höchsten Raten an Heim- und Freizeitunfällen. Bei den tödlichen Unfällen im Haushalt ist das Ersticken die häufigste Todesursache vor Stürzen, Ertrinken, Verbrennungen und Vergiftungen.
Bei Jugendlichen ist ein Verkehrsunfall die häufigste unnatürliche Todesursache. 428 Fälle weist die Statistik aus - das sind mehr als die Hälfte. Insgesamt starben 503 Kinder und Jugendlichen 2009 im Straßenverkehr, 13.342 wurden schwer verletzt. Im Jahr 2000 hatte es 1.237 Verkehrstote und 25.917 Schwerverletzte unter 20 Jahren gegeben.
Alarmierend auch diese Zahl: 194 mal hat ein junger Mensch im Jahr 2009 Suizid verübt, in 21 Fällen waren die Betroffenen höchstens 14 Jahre alt. Die Selbsttötung ist und bleibt damit die zweithäufigste Art der tödlichen Verletzung von Jugendlichen.
Jungen stärker gefährdet
Dabei sind in allen Altersgruppen außer bei den Säuglingen Jungen deutlich gefährdeter als Mädchen. Das gilt besonders bei den Jugendlichen. Hier war das Risiko sich tödlich zu verletzen für junge Männer fast dreimal höher als für junge Frauen.
Die Statistiker haben sich auch angeschaut, ob es einen Zusammenhang zwischen der Nationalität und dem Risiko tödlicher Unfälle gibt. Dabei wurde deutlich, dass die Verletzungsrate bei ausländischen Säuglingen doppelt so hoch ist wie bei deutschen. Mit zunehmendem Alter kehren sich dann die Verhältnisse um: Bei den Jugendlichen liegt die Rate tödlicher Unfälle bei deutschen deutlich höher als bei ausländischen. Dies lässt sich vor allem dadurch erklären, dass Ausländische Jugendlich viel seltener in Verkehrsunfälle verwickelt sind.