Infos zum Thema Schulempfehlung
Mit den kommenden Halbjahreszeugnissen werden die Viertklässler für eine weiterführende Schule angemeldet. Mit der Empfehlung des Lehrers sind die Eltern dabei nicht immer einverstanden. Doch wer soll entscheiden, was das Beste für die kleinen Pennäler ist?
In Bayern, Thüringen, Sachsen und Baden-Württemberg ist die Schulempfehlung verbindlich. Dort müssen die Schüler an Aufnahmeprüfungen teilnehmen, wenn sie zum Beispiel auf das Gymnasium wollen, aber nur eine Empfehlung für die Realschule haben. Auch das neue Schulgesetz für Nordrhein-Westfalen soll das Entscheidungsrecht der Eltern einschränken. Hier ist in strittigen Fällen ein Probeunterricht geplant. In allen anderen Bundesländern treffen letztlich die Eltern die Entscheidung über die weiterführende Schule.
Meinungen einholen
Weicht die Empfehlung des Lehrers von der Einschätzung der Eltern ab, sollten sie das Gespräch suchen, um die genauen Gründe für die Beurteilung zu erfahren. Zudem bieten auch die weiterführenden Schulen Beratung.
Wichtig ist dann, dass die Eltern selbst noch einmal genau überlegen, wie ihr Kind die Grundschulzeit verbracht hat: Wenn es selbstständig arbeitet, abstrakt denken kann und über ein gewisses Durchhaltevermögen verfügt, kann das Gymnasium empfohlen werden, so Kinderpsychologe Dietmar Langer. Das Kind müsse in der Lage sein, sich durch Durststrecken hindurchzukämpfen und nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Für die Realschule gilt eine eher praktische Orientierung als Empfehlungskriterium. Die Gesamtschule bietet sich vor allem an, wenn im vierten Schuljahr noch unsicher ist, welche Schulform sich am besten eignet, da hier die Festlegung erst später erfolgt.
Freunde motivieren
Das soziale Umfeld spielt auf der weiterführenden Schule ein wichtige Rolle. Dass das Kind mit seinen Grundschulfreunden zusammen bleiben kann, ist also als Argument nicht von der Hand zu weisen und kann sich sehr motivierend auswirken. Über das Knie brechen sollte man die Entscheidung aber nicht: Ein Kind, das in der Grundschule durchweg Vierer nach Hause bringt, ist trotz Freundschaften auf dem Gymnasium nicht richtig aufgehoben.
Überforderung ist frustrierend
Das Kind schon von Klein auf mit aller Macht anzutreiben, damit es den Sprung auf das Gymnasium schafft, hält Kinderpsychologe Langer für falsch. Dann könne das Kind auf dem Gymnasium umso mehr absacken. Die Erfahrung, dass die Leistungen ständig hinter den Anforderungen zurückbleiben und eventuell die Schule gewechselt werden muss, ist für die Kinder meist sehr frustrierend. Sie geraten in einen Kreislauf von Überforderung und Misserfolg. Damit geht auch die Lernbereitschaft in den Keller. Oft dauert es Jahre, bis sich die Schüler wieder davon erholen.
Wenn der Nachwuchs auf der neuen Schule nicht direkt durchstartet, muss das aber kein Grund zur Besorgnis sein. "Die ersten zwei bis drei Jahre würde ich als Gewöhnungsphase verstehen", beruhigt Dietmar Langer. Manche Kinder seien einfach "Spätzünder", auch ihnen solle man eine Chance geben.
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/6/0,3672,3232902,00.html
Eltern machen Schule
Engagement für besseren Unterricht
Fürs Leben, nicht für die Schule, lernen wir. Doch in welcher Schule werden junge Menschen auf das Leben und den Arbeitsmarkt gut vorbereitet? Reinreden können die Eltern dem "Direx" zwar nicht, aber sie verfügen über Mitspracherechte wie den Elternbeirat.
Die neueste Pisa-Studie hat es wieder gezeigt: Die Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Schulen sind groß. Ein erster Schritt für gleiche Qualität seien bundesweite Rahmenrichtlinien und Standards, fordert der Bundeselternrat. Das ist jedoch schwierig, so lange Bildung Ländersache ist.
Nicht überall herrschen gleiche Bedingungen.
"Wenn Schule als Dienstleistungsbetrieb gesehen würde, wären wir einen riesigen Schritt weiter", meint Ursula Walther, stellvertretende Geschäftführerin des Bundeselternrats. Eigentlich brauche eine Schule einen professionellen Verwaltungsschulleiter und einen pädagogischen Leiter. Denn in Personalführung etwa seien die Rektoren nicht ausgebildet.
Mitsprache im Elternbeirat
Auch die Eltern können sich engagieren, um frischen Wind und neue Ideen in die Schule zu bringen. Schulleiter reagieren allerdings oft mit einer Blockadehaltung, wenn Eltern bestimmte Dinge einfordern. Der gängigere Weg ist es meist, eigene Kontakte zu nutzten, um Projekte an Land zu ziehen und Sponsoren zu finden.
Frontalunterricht ist von gestern.
Die institutionalisierten Einflussmöglichkeiten der Eltern sind je nach Bundesland und Schulform unterschiedlich geregelt. In der Regel gibt es Klassenelternvertreter und einen Elternbeirat - auch die Bezeichnungen variieren. Daneben gibt es den Schulrat, im dem in den meisten Bundesländern je ein Drittel Lehrer, Schüler und Eltern (in Bayern: 50 Prozent Lehrer und 50 Prozent Eltern) sitzen. Die Entscheidungen, die in diesem Gremium getroffen werden, betreffen nicht-pädagogische Angelegenheiten wie Schulfest, Unterrichtszeiten, Pausenangebote oder Klassenfahrten. In Hessen etwa haben die Eltern sogar das Recht, die Schulleiter mit zu wählen.
Mäuschen spielen
Grundsätzlich können die Eltern im Unterricht hospitieren. Dabei geht es nicht darum, die Lehrer zu kontrollieren, sondern sich ein Bild von heutigen Unterrichtsformen zu machen. Die meisten Eltern tragen noch das - völlig überholte - Schulbild aus ihrer Zeit im Kopf. Allerdings machten nur wenige Eltern Gebrauch von diesem Recht, wie Ursula Walther weiß.
Die richtige Schule finden
Der Internetauftritt gibt Aufschluss darüber, ob die Schule mit der Zeit geht, ob sie sich öffentlich engagiert und gesehen werden will
Neben offiziellen Besuchstagen und Berichten in der Presse können Eltern auch an einem normalen Unterrichtstag in die Schule gehen oder Kontakt zu den Elternvertretern aufnehmen.
Einen Blick ins Schulprogramm werfen: Darin lässt sich zum Beispiel nachlesen, in welchen Bereichen eine Schule Schwerpunkte setzt, welche AGs angeboten werden, ob Fördermaßnahmen und Partnerschaften existieren. Pluspunkte sind Kooperationen mit der Wirtschaft oder der Kommune, aber auch Partnerschaften mit anderen Schulen.
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,2374152_3232902_TB,00.html
Schulangst durch Leistungsdruck
Gemeinsam nach
Lösungen suchen
Immer mehr Schüler leiden unter Schulangst. In den meisten Fällen ist der Leistungsdruck die Ursache. Die Folgen sind für die Kinder oft katastrophal: Sie fühlen sich nicht nur schlecht, sie versagen auch in der Schule. Wenn Eltern jedoch auf erste Signale achten und mit den Kindern das Gespräch suchen, lässt sich die Schulangst sehr gut bekämpfen.
Online-Familienhandbuch: Schulangst
Erste Anzeichen für Schulangst können sein, dass die Schüler über Bauchweh klagen oder dass sie einen traurigen Eindruck machen. Sie haben zu nichts Lust, sitzen stundenlang an den Hausaufgaben, müssen sich gar überwinden, erst damit anzufangen. Sie bummeln und träumen und beteiligen sich nicht am Unterricht. Für einige kommt dann der Punkt, den Schulbesuch zu verweigern.
Unter Druck gesetzt
Die Angst ist eine natürliche Reaktion auf Bedrohung und Unsicherheit. Die Schulangst ist eine spezifische Angst vor Situationen in der Schule. Das kann die Angst vor einem bestimmten Fach, vor einer bestimmten Leistung sein, die der Schüler erbringen muss, aber auch Angst vor einer Lehrkraft oder vor Mitschülern.
Leistungsdruck kann ganz schnell entstehen. Er kann zum einen vom Schüler selbst kommen. Ein guter Schüler etwa erwartet gewisse Noten von sich. Bei einer schlechten Note setzt er sich dann selbst unter Druck. Schuld können aber auch die Eltern sein, schon mit einer unbedachten Äußerung wie "strenge dich an".
Liebe unabhängig von Leistung
Eltern sollten ein Gespräch mit ihrem Kind suchen. Dabei sollten sie deutlich machen, dass sie ihr Kind akzeptieren und lieben, ganz unabhängig von seiner Leistung. Eltern sollten wirklich verstehen wollen, was ihr Kind bedrückt.
Dipl. Psychologe Dr. Thomas Zeck rät Eltern, sich einen Plan für das Vorgehen zurechtzulegen. Zunächst sollte überlegt werden, wie am besten mit dem Kind geredet wird, wie herausgefunden wird, was es bedrückt. Dann sollte Kontakt zu den Lehrern aufgenommen und mit ihnen über das Problem gesprochen werden.
Mut zusprechen
Dem Kind gegenüber sollten die Eltern positiv auftreten. Sie sollten es bekräftigen, nach dem Motto "das bekommst du schon hin". Dem Schüler sollte Mut zugesprochen werden, dass er es aus eigener Kraft schafft, mit dem Problem fertig zu werden. Das fördert seine Selbstständigkeit.
Ziele festlegen
Als nächstes sollte zusammen mit dem Schüler ein realistisches Ziel festgelegt werden. Etwa: Wie schafft er es, von der fünf auf eine vier zu kommen? Dann sollte über den Weg dorthin gesprochen werden. Gibt es etwa Lernsoftware, die geeignet ist, oder muss für eine gewisse Zeit ein Nachhilfelehrer engagiert werden. Wichtig ist auch, dass der Schüler sich sehr gut auf die Arbeiten vorbereitet, damit er mit einem sicheren Gefühl hinein geht. Wichtig ist hierbei: Regelmäßiges Lernen. Kurz vor den Arbeiten zu pauken, bringt nicht viel. Meistens macht es die Kinder nur nervös.
Hilfreich ist es auch, Techniken zu erlernen, um nicht zu blockieren. Es gibt etwa Atemtechniken, die helfen, bewusst langsam auszuatmen. Das entspannt die Schüler. Auch der Ausgleich zu den schulischen Aktivitäten ist sehr wichtig. Der Schüler sollte Sport treiben und sich mit Freunden treffen.
Hilfe bieten Fachleute
Tritt aus der Sicht des Schülers, des Lehrers und der Eltern keine Veränderung ein, sollte ein neutraler Fachmann zu Hilfe genommen werden. Diese Hilfe bieten die Schulpsychologischen Dienste sowie die Erziehungsberatungsstellen der Städte und Kommunen an.
Bei den Krankenkassen gibt es Adressen von Therapeuten, die auf Kinder und Jugendliche spezialisiert sind.
Weitere Informationen im Internet
Tipps aus dem Familienhandbuch zur Schulangst unter www.familienhandbuch.de
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Schule/s_953.html
Stress mit den Hausaufgaben
Mit festen Vereinbarungen gegen Lern-Unlust
In vielen Familien geht nach der Schule der Stress erst richtig los: Da wird gemeckert, gezankt und geweint - alles nur, um den ungeliebten Hausaufgaben zu entgehen. Dabei kann es auch ganz anders laufen. Werden einige Verhaltensregeln eingehalten, können die Nachmittage für Eltern und Kinder wieder stressfreier gestaltet werden.
Wenn es um die Hausaufgaben ihrer Sprösslinge geht, sind viele Eltern zu nachgiebig: Kindern fehlt oft die Motivation, sich nach der Schule noch an den Schreibtisch zu setzen und zu lernen. Eltern haben oftmals nicht die Nerven, ihre Kinder bei der Erledigung der Schulaufgaben zu unterstützen.
Meist fehlt es aber an der richtigen Strategie. Um Konflikten aus dem Weg zu gehen, lassen sich Eltern schnell auf die Wünsche der Kinder ein: Die Hausaufgaben werden gemeinsam erledigt oder die Kinder nach kurzer Zeit aus der Pflicht entlassen.
Klare Ansagen machen
Da Kinder klare Abmachungen und Rituale brauchen, ist uneindeutiges Verhalten nicht förderlich. Es ist wichtig, festzulegen, wann mit den Schulaufgaben begonnen wird und wann sie erledigt sein sollten. Während dieser Zeit sind alle anderen Beschäftigungen tabu, erst danach fängt die Freizeit an. Sind keine Aufgaben zu erledigen, wird dieser Zeitrahmen für Übungen genutzt. Im Grundschulalter ist ungefähr eine Stunde ausreichend.
Um konzentriert lernen zu können, muss auch das Umfeld stimmen. Oberstes Gebot: Keine Ablenkung! Eltern müssen für eine ruhige Atmosphäre sorgen und Radio, Fernseher und Computer ausschalten. Wichtig ist auch, die Hausaufgaben immer am gleichen Platz zu erledigen. Da auch Unordnung ablenkt, sollte dieser Platz immer aufgeräumt sein.
Unmotiviert oder unkonzentriert?
Kann sich ein Kind über einen längeren Zeitraum nicht auf eine Sache konzentrieren, lässt sich dies oft auf Stress und innere Spannungszustände zurückführen. In solch einem Fall gilt es, den Tagesablauf des Kindes zu durchleuchten und genügend Zeit für Entspannung zu schaffen. Auf jeden Fall sollten Fernseh- und Computerkonsum eingeschränkt werden. Gemeinsame (Brett-)Spiele im Familienkreis fördern die Konzentrationsfähigkeit.
Beratend zur Seite stehen
Gerade jüngere Kinder haben noch nicht das Durchhaltevermögen, sich länger konzentriert mit einer Sache zu beschäftigen. Hier ist eine verstärkte Kontrolle durch die Eltern gefragt. Allerdings sollten sie den Kindern die Aufgaben nicht abnehmen: Bei Fragen sollten die Eltern versuchen zu helfen, nicht aber die gesamte Hausaufgabenzeit bei den Kindern verbringen. Diese Angewohnheit führt dazu, dass die Kinder Angst vor Misserfolgen entwickeln. Sie trauen sich alleine nichts mehr zu, da sie spüren, dass die Hausaufgaben nicht ihren eigenen Leistungen entsprechen.
Ältere Kinder müssen die Verantwortung allein übernehmen.
Ist die veranschlagte Zeit abgelaufen, sollte auch das Thema "Hausaufgaben" für die Eltern erledigt sein. Anstatt die Kinder über die Zeit hinaus mit Verbesserungen zu beanspruchen, sollten Eltern ab und zu auch nicht ganz korrekt erledigte Aufgaben in Kauf nehmen. So bekommt der Lehrer Rückmeldungen über die tatsächlichen Fähigkeiten seiner Schüler. Die Eltern sollten den Kindern klar machen, dass sie selbst die Verantwortung über ihre Hausaufgaben tragen und auch die Konsequenzen für ihr Verhalten selbst zu tragen haben.
Richtig motivieren
Spaß entwickelt sich bei Kindern dann, wenn sie das Gefühl haben, etwas schaffen zu können. Überhaupt ist die Meinung der Eltern für das Verhalten des Kindes entscheidend, auch im negativen Sinn. Zweifeln die Eltern an den Fähigkeiten des Kindes, wird es unsicher und unmotiviert. Wichtig ist es, das Kind eher für die Leistung zu loben als für ein konkret erzieltes Ergebnis.
Belohnungen oder Pausen sind als Motivationsstrategie nicht geeignet. Mit einer Belohnung kann nur kurzfristig ein gewisses Verhalten aufgebaut werden. Da Hausaufgaben aber täglich wiederkehren, ist es wichtig, seine Kinder auf lange Sicht mit diesem Ritual vertraut zu machen. Pausen verleiten zum Verzögern und verlängern Schritt für Schritt die tägliche Hausaufgabenzeit. Da es für Kinder aber wichtig ist, dass sie ihre Aufgaben ohne Unterbrechungen bewältigen können, sind Pausen während einer Konzentrationsphase kontraproduktiv.
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,2254049_3232902_TB,00.html