Fast jedes dritte Baby in Niedersachsen kommt per Kaiserschnitt zur Welt
Was noch vor einigen Jahren die Ausnahme war, ist heute in niedersächsischen Kliniken alltäglich: Immer mehr Frauen entbinden per Kaiserschnitt. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) wurden im Jahr 2008 rund 18.000 Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Damit hat bereits fast jede dritte Frau (30 Prozent) in Niedersachsen auf diesem Weg ihr Kind im Krankenhaus zur Welt gebracht. 2000 war es noch jede Fünfte. Laut Weltgesundheitsorganisation überwiegen die medizinischen Vorteile nur bei etwa jeder zehnten bis 15. Geburt.
Gründe für die Zunahme an Kaiserschnittgeburten sind nach Meinung der TK einmal das steigende Alter der Mütter und damit auch ein wachsender Anteil von Risikoschwangerschaften, zum anderen der verstärkte Wunsch nicht weniger Frauen nach einer möglichst kurzen und schmerzarmen Geburt. "Viele Frauen, die sich einen Kaiserschnitt wünschen, haben Angst vor den Schmerzen einer natürlichen Geburt oder befürchten, dass sich der Beckenboden überdehnt und sie inkontinent werden, "so Frank Seiffert, Sprecher der TK in Niedersachsen.
Nach Angaben der TK sind die Risiken bei einem Kaiserschnitt jedoch viel höher als bei einer normalen Entbindung. Thrombosen und Blutungen sind die häufigsten Komplikationen. Kaiserschnittkinder haben oft Anpassungsstörungen nach der Geburt. Und was viele nicht wissen: Nach einem Kaiserschnitt gilt jede weitere Schwangerschaft als gewisses Risiko für Mutter und Kind.
Trotzdem gibt es nach wie vor Situationen, in denen ein Kaiserschnitt lebensrettend für Mutter und Kind ist: Bei zwei von hundert Geburten ist ein Kaiserschnitt medizinisch notwendig, etwa wenn der Mutterkuchen vor dem Muttermund liegt. Bei jeder zehnten natürlichen Entbindung erfolgt außerdem die Entscheidung im Laufe der Geburt, weil dem Baby Sauerstoffmangel droht.
Die TK rät allen Frauen, die Angst vor den Schmerzen einer natürlichen Geburt haben und an einen Kaiserschnitt denken, sich ausführlich über Risiken und mögliche Alternativen beraten zu lassen. Jede Frau hat die Möglichkeit, sich einmal intensiv bei einer Hebamme über die Vor- und Nachteile verschiedener Geburtsarten zu informieren. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.
Quelle: TK