Oxytocin stärkt Bindung und Empathie
Das Hormon Oxytocin wird in der Hirnanhangdrüse gebildet. Es stärkt die Bindung zwischen Paaren oder die zwischen Mutter und Kind und wird zum Beispiel beim Orgasmus freigesetzt. „Unsere Studie zeigt zum ersten Mal, dass emotionales Einfühlungsvermögen durch Oxytocin moduliert wird“, erklärt René Hurlemann, Leiter der Forschungsgruppe „Neuromodulation of Emotion“ an der Universität Bonn. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher jetzt im „Journal of Neuroscience“.
Am Experiment nahmen 48 gesunde Männer teil. Die eine Hälfte erhielt ein Oxytocin-haltiges Nasenspray, die andere Hälfte ein wirkungsloses Mittel. Die Wissenschaftler zeigten den den Teilnehmern Fotos von emotional aufgeladenen Situationen. Die Oxytocin-Männergruppe erreichte "Mitfühl"-Werte, die eher für Frauen typisch sind. Bei der Placebo-Gruppe waren die Werte signifikant niedriger.
Der eigentliche Zweck der Untersuchung war vielmehr, ein Hilfmittel für Menschen zu finden die an Schizophrenie, Demenz oder Autismus Leiden und Schwierigkeiten mit der sozialen Kontaktfähigkeit haben. Es gibt bereits drei Studien, die bestätigen, dass Oxytocin bei Autismus hilft. Das Hormon scheint tatsächlich die sozialen Fähigkeiten zu verbessern.