Familienfreundlichkeit als Wettbewerbsfaktor
Die Unternehmen übernehmen immer mehr Verantwortung, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht – und das trotz der Wirtschaftskrise. Für mehr als die Hälfte der Firmen hierzulande sind familienfreundliche Initiativen mittlerweile zentraler Bestandteil der Personalentwicklung.
Das zeigt der "Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2010". Vorgestellt haben ihn Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann jetzt beim Unternehmenstag "Erfolgsfaktor Familie".
Fast 80 Prozent der deutschen Unternehmen schätzen Familienfreundlichkeit für das eigene Wohlergehen als wichtig ein. Vor sieben Jahren waren es erst 46 Prozent. Fast jedes fünfte Unternehmen erwartet zudem, dass das Thema in den kommenden Jahren noch einmal an Bedeutung gewinnen wird.
"Familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind eine zentrale Voraussetzung für eine zukunftsfähige, innovative Wirtschaft", betonte Schröder.
"Zeit für Verantwortung in der Familie und Zeit für qualifizierte Arbeit dürfen sich in unserer Gesellschaft nicht ausschließen. Der Unternehmensmonitor zeigt ganz klar: Die Arbeitgeber haben erkannt, wie wichtig eine familienbewusste Personalpolitik für den langfristigen Erfolg des eigenen Unternehmens ist. Deswegen unterstützen sie ihre Beschäftigten auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf", so die Bundesfamilienministerin.
Nachhaltige Vorteile
Wer als Arbeitgeber attraktive Arbeitsbedingungen für Beschäftigte mit Familienpflichten bietet, erhöht seine Chancen im Wettbewerb um Fachkräfte. Die Ergebnisse belegen: Trotz der schweren Wirtschaftskrise sehen sich mit sieben Prozent nur wenige Unternehmen gezwungen, ihre familienfreundlichen Angebote einzuschränken oder zu verschieben.
Fast alle Unternehmen bieten zumindest eine Maßnahme auf dem Feld der Arbeitszeitflexibilisierung oder Telearbeit an. Besonders verbreitet sind Teilzeitangebote, individuell vereinbarte Arbeitszeiten und eine flexible Tages- und Wochenarbeitszeit.
Neun von zehn Unternehmen fördern ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor, während oder nach der Elternzeit. Vielen Firmen bleiben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so auch während der Elternzeit beruflich verbunden: mit phasenweiser oder Teilzeitbeschäftigung.
Nicht ganz zwei Drittel der Unternehmen bieten zumindest eine Maßnahme in der Kinder- und Angehörigenbetreuung an. Für die Mehrheit der Betriebe ist es dabei selbstverständlich, Beschäftigte von der Arbeit über den gesetzlichen Anspruch hinaus freizustellen, wenn deren Kinder erkrankt sind.
Bedeutung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen wächst
DIHK-Präsident Driftmann betonte: "Schon heute bietet jedes dritte Unternehmen Mitarbeitern konkrete Unterstützung bei der Pflege von Familienangehörigen an. Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeaufgaben wird uns künftig noch stärker beschäftigen. Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels ist das eine große Herausforderung für die Betriebe. Damit das gelingt, wollen wir unter anderem Best-Practice-Beispiele von Unternehmen bekannter machen."
Die Bundesfamilienministerin und der DIHK-Präsident vereinbarten, die Kooperation für eine familienbewusste Arbeitswelt weiter auszubauen. Hierzu gehört auch die neue gemeinsame Initiative "Familienbewusste Arbeitszeiten": Sie soll Arbeitgeber zu mehr flexiblen Arbeitszeitmodellen motivieren.
Quelle: www.bundesregierung.de